Das pädagogische Konzept

Wir möchten mit unserer Arbeit „Kinder mit Potenzial“ fördern; Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend durch das Elternhaus gefördert werden können und ohne spezifische Hilfe mutmaßlich keinen ihren Begabungen entsprechenden Schulabschluss erreichen würden.

Wir vertreten einen gewissermaßen exemplarischen Ansatz, der zwischen Breiten- und Elitenförderung angesiedelt ist. Wir wollen „starke“ Kinder auf ihrem Bildungsweg unterstützen, deren Beispiel dann in ihrem jeweiligen Umkreis auch als Vorbild für andere Kinder wirken kann. 

Die Auswahl treffen wir in enger Absprache mit der jeweiligen Schule. Wir führen mit den vorgeschlagenen Kindern, ihren Eltern und den Klassenlehrerinnen Gespräche, um uns ein Bild über ihre Eignung zu machen. Mit Hilfe eines Entwicklungsbogens halten wir den momentanen Entwicklungsstand fest.

Kontakt und gute Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Kinder sind uns wichtig, da unser Förderkonzept langfristig angelegt ist.

Was wollen wir fördern? - Bildung als Prozess

Kompetenzen

Wir verstehen Lernen als einen bildenden und sozialen Prozess. In Auseinandersetzung mit den Lerninhalten eignen sich die Kinder Wissen und Können an. Diese wirken als erworbene Kompetenzen auch bei der Ausbildung ihrer Persönlichkeit mit. Dieser Prozess ist ein dynamischer, offener; er findet auf mehreren, miteinander wechselwirkenden Ebenen statt.

Sprache ist dabei die Basiskompetenz schlechthin. Sie bedingt den Zugang zu den Lerninhalten, sie ist das Medium der sozialen Interaktionen und des persönlichen Ausdrucks. Die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten vollzieht sich in gewissem Maß parallel zur Sprachentwicklung. Insofern stellt Sprache die Basis für die Mathematik und die Entwicklung der Fähigkeit zum abstrakten Denken dar. Sie ist auch Ausgangspunkt, um eigene Wege des Denkens zu finden, etwa beim Entwickeln von Problemlösestrategien oder von Kreativität im Ausdruck. Getragen, besonders im Umfeld Schule, wird dieser Prozess von Kompetenzen, ohne die den Lernprozessen die nötige Verbindlichkeit fehlt: Konzentrationsfähigkeit, Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit.

Diese Ebenen bedingen und beeinflussen sich gegenseitig.

Konkret auf die Grundschulphase bezogen: Wir wollen die Kinder bei der Entwicklung dieser Kompetenzen an den Punkt bringen, der ihnen den Übergang auf die weiterführende Schule und den Einstieg in eine erfolgreiche Laufbahn ermöglicht, mit der Perspektive eines qualifizierten Schulabschlusses.

Individualität

Alle Kinder bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Dies gilt in besonderem Maß für die Kinder, die wir fördern möchten. Oft aus sprachlichen Gründen, aber auch durch besondere psychosoziale Umstände, befinden sie sich nicht auf dem „normalen“ Weg des Entdeckens und Entwickelns ihrer Begabungen und Stärken. Es droht ihnen, „abgehängt“ zu werden, was von der Grundschule oft nicht vollständig aufgefangen werden kann.

Um hier Orientierung und Anschluss herstellen zu können, muss der individuellen Situation jedes einzelnen dieser Kinder deshalb besonders Rechnung getragen werden.

Dies stellt hohe Anforderungen an die Fähigkeiten der Lehrenden. Sie müssen z.B.:

  • ein von Vertrauen geprägtes Kommunikationsverhältnis zu jedem Kind aufbauen,

  • den jeweiligen Lernstand und die Kompetenzen der Kinder, ihre besonderen Schwierigkeiten sowie den Lernfortschritt richtig diagnostizieren können,

  • die familiäre bzw. familiensprachliche Situation der Kinder kennen,

  • wissen, welche spezifischen Schwierigkeiten die deutsche Sprache für sie bietet,

  • bedarfsgerecht differenziertes Material anbieten und dies

  • methodisch vielfältig einsetzen.

Organisatorisch verlangen diese Voraussetzungen, dass in Kleingruppen gearbeitet wird. Außerdem gilt hier besonders, dass die Kinder zu möglichst großer Selbständigkeit angeleitet werden sollten. Hinsichtlich der Einschätzung ihrer eigenen Kompetenzen und ihres eigenen Lernprozesses sollen sie (implizit) das Lernen lernen.

Wie wollen wir fördern? - Unser Förderkonzept

Um die Kinder erfolgreich zu fördern, muss man zunächst diagnostizieren, in welchen Bereichen Schwierigkeiten vorhanden sind, die durch gezielte Unterstützung und Begleitung gelöst werden können. Oft liegen solche Schwierigkeiten in den Bereichen Mathematik, Lesen, Rechtschreiben und immer mehr im Bereich Sprache.

Zu Beginn der Förderung eines jeden Kindes untersuchen wir deshalb seinen schulischen Entwicklungsstand. Unsere pädagogisch geschulten Gruppenleitungen füllen in enger Absprache mit den jeweiligen Klassenlehrerinnen einen Anamnesebogen aus und entwickeln einen individuell auf das Kind zugeschnittenen Förderplan. In vorher vereinbarten Zeitabständen wird das Erreichen der Lernziele überprüft und der Förderplan für das weitere Vorgehen angepasst.

Den Eltern ist es jederzeit möglich, in den Förderplan Einblick zu nehmen. Ebenso gibt es einen regelmäßigen Austausch unserer Gruppenleitungen mit den Klassenlehrerinnen.

Stärken ausbauen und eigene Wege finden

Neben der systematischen Bearbeitung von Defiziten ist es ebenso wichtig, die besonderen Stärken jedes einzelnen Kindes auszumachen, um auch dort gezielte Förderung anzusetzen. Hier liegt eine Möglichkeit, Selbstwirksamkeit zu entwickeln: Die eigenen Stärken kennen lernen, ausbauen und durch Erfolge Selbstsicherheit gewinnen – so kann das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wachsen, auch in anderen Bereichen Erfolge zu erzielen und Motivation erzeugen, diesseits ausgetretener Pfade eigene Wege zu suchen und zu finden.

Methodisch unterstützen wir die Stärkung des Selbstvertrauens durch den Einsatz von Übungen zum Ausdruck und durch Präsentationen, ergänzt durch Projekte.

In der Gruppe zum Vorbild werden

Die soziale Dimension des Lernens ist uns aus mehreren Gründen besonders wichtig:

Zum einen sind Lernprozesse nachweislich erfolgreicher, wenn sie im Rahmen von Kleingruppen stattfinden, wo das Interesse und der Einsatz der anderen Kinder gewissermaßen ansteckend wirken. Entsprechend wichtig sind der Zusammenhalt und ein positives Klima in der Gruppe: Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit und die Entwicklung von Kooperations- und Kritikfähigkeit, um nur einige zu nennen, sind Kompetenzen, die hierdurch nachhaltig gefördert werden.

Zum anderen bietet der persönliche Kontakt die Möglichkeit, die Stärken und Bildungswege anderer kennen zu lernen und über deren Beispiel zunehmend das eigene Potenzial zu entfalten und zu realisieren. Aus diesem Grund werden unsere Kinder neben pädagogisch ausgebildeten Lehrkräften auch von Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen begleitet, die durch die größere Altersnähe als Vorbild wirken können. Diese Aufgabe und die damit verbundene Verantwortung, so unsere Wunschvorstellung, können später einige der von uns geförderten Kinder übernehmen und so selber zu Vorbildern werden.

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